Das Überziehen eines Gegenstandes mit Gold war schon v.u.z. in Ägypten üblich. Heutzutage macht man einen Unterschied zwischen dem Überziehen von metallischer und nichtmetallischer Gegenstände – wir beschäftigen uns mit dem Vergoldung oder Versilberung der nichtmetallischen Gegenständen.
Diese unterscheiden sich auch in der Ausführung:
A: Mit reinem Gold oder Silber: Glanzgold
B: Mit reinem Gold oder Silber: Mattgold
C: Mit Kupfer- und Aluminiumblättern (Legierungen): Lichtgold
(A) Glanzgold, Glanzsilber: natürlich die schönste und aufwändigste Lösung. Während dieses Verfahrens bringt man eine Schicht Steinbasis auf die zu vergoldende Oberfläche. Das Steingrund besteht aus grobem Dolomit Mahlgut und ein Leim von spezieller Feinheit. Darauf streicht man die Kreide (Champagner- oder Sienna Kreide) auf, die sowohl Leim als auch Öl enthält – die Rezeptur ist bei jedem Meister ein bißchen anders. Hauptsache, es funktioniert. Das Aufbringen der Kreide beansprucht spezielle Routine. Man schleift die Oberfläche bis zu Feinheit 500, darauf kommt das Poliment (Bestandteile: Bolus, Wasser, Ei und Leim). Damit überstreicht man auch die Fläche, und nachdem es sich ausgetrocknet hat, poliert man das mit einem Borstenpinsel bis es glänzt.
Die so entstandene Oberfläche befeuchtet man mit alkoholhaltigem Wasser (ggf. mit Palinka) und auf die feuchte Fläche bringt man das Blattgold mit einem Anschiesser (ein breiter Pinsel, auf der einen Seite mit Alkohol angefeuchtet) an. Wenn das Gold oder Silber sich getrocknet hat, poliert man das mit Achatstein (früher mit Feuerstein oder Wildschweinhauer). Da Silber viel billiger ist als Gold, früher hat man das öfters gebraucht, um eine Gold-ähnliche Wirkung zu erreichen: das Silber hat man mit Schellack oder mit einem annähernd gelbem Lack überzogen, so ist das Endresultat dem Gold irreführend ähnlich.
Zu Glanzgold fertigt man Blattgold in verschiedenen Farben, wobei die Farbe des Goldes von den Legierungselementen abhängt.

(B) Beim Mattgold legt man das Gold auf Mixtion (trocknendes Öl), das Mixtion funktioniert als Klebstoff. Die Oberfläche wird auf dieser Weise nicht so glänzend, als beim polierten Glanzgold.

(C) Für Lichtgold legt man 15x15 cm große Kupfer- oder Aluminiumblätter (Legierungen) ins Mixtion. Da gibt es auch verschieden Farben von der Legierung abhängend.

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